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Unser arabisches Erbe

ERIKA DONNER

... In einer Rolle wurden die Araber allerdings auch bisher bei uns anerkannt:

Als Mittler der Werke der antiken Philosophie und Wissenschaft. Aber auch die Griechen, die Inder waren „Mittler“, jede Zeit benutzt den vorhandenen Wissensstoff, um ihn ihrerseits weiterzuverarbeiten und auszubauen. Eines jedoch hebt diese Leistung der Araber hervor: Auch die christliche Kirche und das Mönchstum des Mittelalters haben die Möglichkeiten gehabt, dieses Erbe zu retten und weiterzuentwickeln; ihnen jedoch erschien der griechische Geist verdammungswürdig, so daß sie ihn nicht nur Europa vorenthielten, sondern ihn sogar in großem Maße vernichteten.
Die Leistung der Araber erschöpft sich nicht in der Weitergabe des Griechen- und Indererbes, sondern sie haben den vorhandenen Wissensstoff weiter ausgebaut, ergänzt und geklärt. ...
Durch eines zeichneten sich die Araber besonders aus: durch ihre Toleranz Andersgläubigen gegenüber. Sie garantierten den Unterworfenen die Ausübung ihrer Religion und jede Sicherheit, ja sie ließen sie zu den höchsten Staatsämtern zu. Es lag ihnen fern, Andersgläubige zum Islam zu bekehren, sie erschwerten sogar den Übertritt zu ihm, schon wegen der Kopfsteuer, die nur Nichtmuslime zahlten; aber ihre tiefe Gläubigkeit und ihre Kultur zogen unzählige freiwillige Konvertiten an, die auch um der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Vorteile willen eine Gleichstellung erstrebten.

Quelle: Bibliothek der Friedrich -Ebert-Stiftung

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Gustave Bauernfeind (1848-1904) :

"A Street Scene, Damascus"